Die Bake in Vedersø Klit wurde abgebaut

(rh) Urlauber, die sich zur Zeit in Vester Husby  oder Vedersø Klit aufhalten, konnten am Mittwoch den 24. August und am Donnerstag, den 25. August miterleben, wie  das Wahrzeichen der Region Vedersø Klit/Vester Husby, die Bake am Strandaufgang unweit des Hotels, demontiert wurde. 

24.8.2011 | Das “Sklett” der Vedersø Bake | Foto © H.Hunscher

Die Bake wurde jedoch nicht abgerissen, sondern fein säuberlich in alle Einzelteile zerlegt. Die Einzelteile wurden auf den Parkplatz am Dünen­auf­gang ordentlich auf Paletten gepackt.

Nun wurde auch klar, wozu in der Vorwoche  eine Auffahrt auf die Düne gebaut wurde. Die schuppenförmig aneinandergelegten Stahlplatten ermöglichten den Baumaschinen die Zufahrt zur Bake.

Offensichtlich soll die Bake abtransportiert werden. Aber wohin?

Hintergrund und des Rätsels Lösung

25.08.11 | Bake demontiert | (C) 2011 H.Hunscher

Eigentümer des Ende des 19. Jahrhunderts aufgestellten, unter Denkmalschutz stehenden Seezeichens (Sømark) ist das Farvandsvæsenet (etwa Wasser- und Schiffahrtsamt). Finanzielle Rückstellungen für den Erhalt der für die Seefahrt nicht mehr wichtigen Bake sind im Etat der Behörde nicht vorhanden.

Die Initiative »Gruppen for bevarelse af Vedersø Klit Båke« hatte, nachdem die Finanzierung durch die AP Møller und Chastine Mc-Kinney Møller Stiftung und private Spenden von Mitgliedern der Grundbesitzervereine von Vedersø Klit und Vester Husby gesichert war, bereits 2009 beschlossen, die akut absturzgefährdete Bake durch den Eigentümer um 30 m weiter östlich (in Richtung Ferienhäuser)  und 80 m weiter südllich (in Richtung Søndervig) versetzen zu lassen.

Ganz so einfach, wie es ursprünglich geplant war, wurde die Umsetzung jedoch nicht. Schließlich befand sich die Bake in einem Naturschutzgebiet. Warum sollte man ein nicht mehr notwendiges Seezeichen in einem ländlichen Naturschutzgebiet umsetzen und dabei Flora und Fauna (zer)stören?

Wenige Tage vorm Abbau – ganz schön knapp | Luftaufnahme | (C) Eigene Quellen

Der Denkmalschutzaspekt war dann wohl bei der Entscheidung der Umweltbehörde von Ringkøbing auschlagebend, als zum Heiligen Abend 2009 verkündet wurde, dass der Versetzung aus behördlicher Sicht nichts entgegenstehe.

Jedoch brauchte man nun noch die Zustimmung der 5 Hauseigentümer, deren Ferienhäuser am nächsten am neuen Standort lagen. Was man nicht erwartet hatte, ein Hauseigentümer war absolut nicht gewillt, ein Monument in weniger als 50m Abstand oberhalb seiner Terrasse zu dulden. Neben den Wertverlust seines Hauses durch den dann nicht mehr vorhandene Ausblick auf die ungestörte Natur, befürchtete er die Störung seiner Privatsphäre durch “Besucher” des Seezeichens.

Eine einfache Lösung wäre gewesen, die Bake weiter südlich ins unbesiedelte Gebiet zu versetzen.  Die Initiative zum Erhalt der Bake befürchtete jedoch, dass der lokalhistorische Wert der Bake verloren geht, wenn sie nicht weiterhin vom Havvej (Hotel) aus deutlich als “Mitte des Horizonts” sichtbar wäre.  Der Erhalt des lokalhistorische Wertes war eine wesentliche Grundlage für die Genehmigung der Fördergelder. Die Initiative zur Erhaltung der Bake schlug als Kompromiss zur Wahrung der Privatsphäre des Betroffen die großzügige Einzäunung der Bake vor. Hierfür gab jedoch nach dänischen Recht keine Grundlage. Auch wurde darauf hingewiesen, dass die Bake sowohl bisher, als sicherlich auch zukünftig, nicht genügend Attraktiv sei, um als Klettergerüst oder Aussichtspunkt genutzt zu werden.  Zumal sie nur durch das nicht erlaubte Erklimmen der  30m (?) hohen Steilküste erreichbar sei.

Der Technik- und Umweltausschuß der Ringkøbing-Skjern Kommune entschied am 6. April 2010, dass die Bake nach Osten zu versetzen sei.
Wenn das nicht möglich wäre, würde der ursprüngliche Bauantrag des Farvandsvæsenet genehmigt werden.

Der Beschluss, wörtlich wiedergegeben:
“Det besluttedes, at administrationen vurderer, om båken kan flyttes øst for den nuværende placering. Såfremt dette ikke kan lade sig gøre, er Teknik- og Miljøudvalget indstillet på at imødekomme ansøgningen fra Farvandsvæsenet.”

Wir sind gespannt, wie weit vom alten Standort denn nun der neue Standort entfernt sein wird.

Die unattraktive graue Bake von 1990 am Durchgang “Havvej” (C) 1990 R.Hunscher

Bei meinen ersten Dänemarkaufenthalt im Sommer 1990 fand ich die, vor der ersten Umsetzung 1993 noch etwas weiter nördlich näher am “Hoteldurchgang” Havvej stehende, und seinerzeit noch trist graue, Bake so unattraktiv , dass kein Bild  den Weg ins Urlaubsfoto-Album gefunden hat. Die Steilkanten links und rechts des Durchgangs zum Hotel waren damals noch nicht so ausgeprägt. Ich meine ,der  Sand  lag am Strand  bei den Dünen noch einige Meter höher.